Hören

Neujahrsvorsatz: Einfach mal zum Hörtest

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Hörtest
Dusko / Adobe Stock

Viele Menschen beginnen das neue Jahr mit guten Vorsätzen: Mehr Sport, eine gesündere Ernährung oder ein Rauchstopp gehören zu den Klassikern. Die Überprüfung der eigenen Hörleistung steht eher selten auf der Agenda. Dabei kann sie so wichtig sein.

Ein Fernseher, der immer auf voller Lautstärke läuft, häufiges Nachfragen in Gesprächen und der Rückzug aus Unterhaltungen in größeren Gruppen – all das sind Warnsignale, die auf eine verminderte Hörleistung hindeuten. Da Schwerhörigkeit meist schleichend entsteht, gewöhnen sich die Betroffenen an den langsam voranschreitenden Hörverlust oder bemerken ihn erst, wenn sie von anderen Personen darauf hingewiesen werden. Die Folge: Viel zu viele Menschen leben mit unerkannter und unbehandelter Schwerhörigkeit. Dabei ist gutes Hören sehr wichtig, um verschiedenen Folgeerkrankungen vorzubeugen.

Hörscreening ab der Lebensmitte

Am häufigsten kommt die Altersschwerhörigkeit vor. Bereits ab 50 Jahren kann das Gehör nachlassen, sodass HNO-Ärzte allen Menschen ab der Lebensmitte zu einem Hörscreening raten. Dieses sollte unbedingt bei einem HNO-Arzt oder einer HNO-Ärztin durchgeführt werden, da sie die Experten für gutes Hören sind. Als Mediziner können sie weitere Risikofaktoren wie Bluthochdruck oder Diabetes erkennen, mitbehandeln oder an andere fachärztliche Kollegen überweisen. 

Wird eine Hörminderung festgestellt, sollten Patienten zeitnah mit gut angepassten Hörgeräten versorgt werden. Mittlerweile gibt es eine große Auswahl an modernen Hörgeräten in verschiedenen Preisklassen, die optisch kaum noch auffallen. Sie verfügen über zahlreiche Funktionen, die den jeweiligen Bedürfnissen entsprechend eingestellt werden können. Dies ist wichtig, damit die Hörgeräte am Ende auch im Ohr und nicht in der Schublade landen. Wer mit einem Hörsystem versorgt ist, gewinnt nicht nur sein gutes Gehör, sondern auch eine große Portion Lebensqualität zurück.

Risiken einer unversorgten Schwerhörigkeit

Bleibt eine Schwerhörigkeit unversorgt, können Tinnitus, Stress und Schlafstörungen sowie ein erhöhtes Risiko für Depressionen oder gar Demenz die Folge sein. Forschungsdaten haben ergeben, dass Schwerhörigkeit zu den größten beeinflussbaren Risikofaktoren für eine Demenzerkrankung zählt. Auch soziale Probleme, wie die Isolation und Ausgrenzung der Betroffenen, sind nicht selten. Zudem kann der Gleichgewichtssinn gestört sein, sodass das Risiko zu stürzen zunimmt. Insofern ist es absolut ratsam, das Gehör ab der Lebensmitte regelmäßig überprüfen zu lassen.