Allergien

Darum kann auch hypoallergene Kosmetik Allergien auslösen

3 min
Frau steht vor dem Spiegel und cremt sich das Gesicht ein
All king of people / Adobe Stock

Menschen mit empfindlicher Haut entscheiden sich häufig für Kosmetikartikel, die als „hypoallergen“ beworben werden. Doch Vorsicht: Der Begriff „hypoallergen“ ist nicht rechtlich bindend definiert und die Produkte sind nicht zwangsläufig frei von Allergenen.

Hypoallergen – der Begriff klingt erstmal so, als würden die damit beworbenen Kosmetikprodukte keine allergischen Reaktionen auslösen. Doch darauf kann man sich nicht verlassen, denn es können trotzdem allergene Inhaltsstoffe enthalten sein. Die beim Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) angesiedelte Kommission für kosmetische Mittel macht darauf aufmerksam, dass der Begriff „hypoallergen“ von Verbrauchern so interpretiert werden könne, dass ein entsprechendes Produkt keine Allergien auslöse. Tatsächlich bedeute der Begriff aber „weniger allergen als Vergleichsprodukte“, so die Kommission in ihrem Protokoll vom 7. April 2022.

Unverbindliche Definition des Begriffs „hypoallergen“

Doch warum dürfen Herstellerfirmen trotzdem mit dem Begriff „hypoallergen“ werben? Eine EU- Arbeitsgruppe hat 2017 zwar eine Art Leitlinie verfasst. Das Dokument dient aber allenfalls als Orientierungshilfe für die Kosmetikhersteller. Es handelt sich dabei nicht um eine verpflichtende EU-Verordnung, sondern eher um eine unverbindliche Empfehlung, sodass die Hersteller nicht daran gebunden sind, die Vorgaben einzuhalten.

Laut Definition der Arbeitsgruppe sollte bei der Herstellung von Kosmetika, die als „hypoallergen“ beworben werden, der Einsatz bekannter Allergene oder Allergen-Vorstufen vollständig vermieden werden. In dem EU-Dokument werden allerdings keine konkreten Inhaltsstoffe aufgeführt. Es wird sogar betont, dass der Begriff „hypoallergen“ nicht garantiert, dass keinerlei Risiko einer allergischen Reaktion besteht.

Inhaltsstoffe prüfen

Was also können allergiegeplagte Verbraucherinnen und Verbraucher tun? Um allergieauslösende und hautreizende Substanzen zu meiden, ist ein Blick auf die Liste der Inhaltsstoffe hilfreich. Zudem können sich Allergiker am DAAB-Siegel orientieren. Dieses wird vom Deutschen Allergie- und Asthmabund (DAAB) vergeben und garantiert, dass das Kosmetikprodukt keine potenten Allergieauslöser und Duftstoffe enthält.

Übrigens ist auch Naturkosmetik für Menschen mit empfindlicher Haut nicht ganz unproblematisch. Sie enthält grundsätzlich zwar weniger bedenkliche Stoffe für Mensch und Umwelt als konventionelle Kosmetik, allerdings beinhalten viele der eingesetzten Stoffe natürlichen Ursprungs durchaus potenzielle Allergene. Dies gilt insbesondere für pflanzliche Duftstoffe, die aufgrund ihres allergenen Potenzials deklarationspflichtig sind. Es ist also auch hier wichtig, die Inhaltsstoffliste sorgsam zu prüfen.