Kurz gesagt, funktioniert die Stimmbildung folgendermaßen: Luft strömt aus der Lunge nach oben, ähnlich wie bei einem Blasebalg, und trifft im Kehlkopf auf die Stimmlippen. Diese öffnen und schließen sich und erzeugen so den Grundton. Im Rachen-, Mund- und Nasenraum, dem sogenannten Vokaltrakt, wird dieser Ton dann weiter ausgeformt.
Damit die Stimme funktioniert, müssen die Stimmlippen hochelastisch sein und sich komplett öffnen und schließen lassen. Alles, was das Öffnen und Schließen der Stimmlippen behindert, kann zu Heiserkeit führen. Dazu gehören Erkältungen und Kehlkopfentzündungen, eine Überlastung der Stimme oder ein Reflux, also eine Reizung des Kehlkopfes durch aufsteigende Magensäure. Weitere Faktoren, die den Kehlkopf und die Stimmlippen belasten können, sind Rauchen, regelmäßiger Alkoholkonsum und eine hohe Staubbelastung.
Was kann man tun, wenn man heiser ist?
- Stimmlippen mit Feuchtigkeit versorgen
Wichtig ist, die Stimmlippen mit Feuchtigkeit zu versorgen. Dazu eignen sich beispielsweise hyaluronsäure- oder salzhaltige Lutschtabletten. Sie erhöhen den Salzgehalt im Speichel und dadurch die Feuchtigkeit der Zellen. Dies trägt dazu bei, die fehlende Elastizität der Stimmlippen wiederherzustellen. Auch Inhalationen mit Kochsalzlösung können wohltuend sein. Grundsätzlich sollten heisere Menschen viel trinken, am besten warme Tees wie Kamille oder Salbei.
- Stimme schonen
Ganz wichtig ist es, bei Heiserkeit die Stimme zu schonen, also möglichst wenig zu sprechen. Sollte sich dies aufgrund eines nicht verschiebbaren Termins nicht realisieren lassen, kann es sinnvoll sein, sich vorab ein wenig einzusprechen – allerdings in Maßen, um das Organ nicht unnötig zu strapazieren.
- Bloß nicht flüstern
Zudem sollte man unbedingt auf Räuspern und Flüstern verzichten, denn es belastet die bereits gereizten Stimmlippen ganz besonders. Der Grund: Beim Flüstern muss man viel Druck aufwenden, um die Stimme zu bilden. Am wenigsten wird unsere Stimme beansprucht, wenn wir in mittlerer Stimmlage und Lautstärke sprechen.
Dauert die Heiserkeit länger als drei bis vier Wochen an, sollte man auf jeden Fall einen Arzt aufsuchen und den Ursachen auf den Grund gehen. Anhaltende Heiserkeit kann nämlich auf schwere Erkrankungen, wie zum Beispiel Kehlkopfkrebs, hinweisen. Oft gibt es aber auch eine harmlose Erklärung. Erste Ansprechpartner sind HNO-Ärztinnen und -Ärzte.

