Wetterveränderungen und bestimmte Wetterlagen können Unwohlsein auslösen und bestehende Beschwerden und Krankheiten verschlimmern. Der Körper muss die Temperatur konstant bei 37 °C halten, was das vegetative Nervensystem gerade bei starken Temperaturschwankungen deutlich fordert. Zur Wärmeregulation weiten oder verengen sich Blutgefäße rasch, wodurch es häufig zu Kopfschmerzen, Schwindel, Müdigkeit oder Herz-Kreislauf-Problemen kommt. Da Blutgefäße im höheren Lebensalter oftmals versteifen, kann ein ohnehin beeinträchtigter Organismus überfordert sein, wenn zusätzliche Regulationsleistungen wegen einer Wetterveränderung notwendig sind. Ein gesunder Organismus bewerkstelligt die erforderlichen Anpassungen hingegen meist unbemerkt.
Art und Intensität des Wettereinflusses relevant
Ob und wie stark man Wetteränderungen spürt, hängt zudem von der Art und Intensität des Wettereinflusses ab. Neben der Temperatur sind auch die Luftfeuchtigkeit, die Windstärke, der Luftdruck und das Sonnenlicht ausschlaggebend. Zwei Beispiele: Damit der Körper bei Hitze abkühlen kann, erweitern sich die Blutgefäße. Als Folge sinkt der Blutdruck. Dies kann zu einem plötzlichen Blutdruckabfall oder gar zu einem Kreislaufkollaps führen. Gehen die Temperaturen nach einer länger andauernden, konstanten Wärmeperiode plötzlich zurück, verengen sich die Blutgefäße. In den nun eng gestellten Arterien entsteht mehr Widerstand, was den Blutdruck steigen lässt und eine Gegenregulation erforderlich macht, die über die normale Regulationen hinausgeht. Bei Patienten mit Bluthochdruck nehmen die Beschwerden nun zu.
Was ist „Biotropie“?
Die Wirkung von Wetterlagen auf die menschliche Gesundheit und das Wohlbefinden nennt man übrigens „Biotropie“. Dabei wird zwischen wetterreagierend, wetterfühlig und wetterempfindlich unterschieden. Grundsätzlich sind alle Menschen wetterreagierend. Die meisten haben beispielsweise bei sonnigem Wetter mit angenehmen Temperaturen bessere Laune als bei Regen und Kälte. Wer wetterfühlig ist, spürt einen Wetterumschwung hingegen nicht nur seelisch, sondern hat auch mit körperlichen Symptomen wie Kopfdruck, Schwindel, Müdigkeit oder Konzentrationsschwierigkeiten zu kämpfen. Als wetterempfindlich gelten rund 15 bis 20 Prozent der Menschen. Bei ihnen haben bestimmte Wetterlagen Auswirkungen auf bestehende Erkrankungen, etwa rheumatische Beschwerden oder Herz-Kreislauf-Krankheiten. Die Hälfte von ihnen spürt bereits im Vorfeld, dass eine Wetterveränderung bevorsteht. Das bezeichnet man als „Vorfühligkeit“.
Um sich besser auf Wetterumschwünge einstellen zu können, sollten wetterempfindliche Personen und Menschen mit Vorerkrankungen den Wetterbericht verfolgen. Das Biowetter gibt einen Gefahrenindex an, zum Beispiel über hohe Ozonwerte. Hier können sich betroffene informieren, ob und in welcher Intensität das Wetter Einfluss auf die jeweilige Vorerkrankung hat.

