Laut Robert Koch-Institut leiden rund 20 Prozent der Kinder und über 30 Prozent der Erwachsenen an mindestens einer Allergie. Diese Zahlen zeigen, dass das Alter nicht vor plötzlich auftretenden Allergiesymptomen schützt. Beinahe jeder zehnte Mensch, der der Generation 65 Plus angehört, hat sogar erstmals im Alter mit einer Allergie zu tun.
Allergien verändern sich
Die Anlage, Allergien zu entwickeln, ist vererbbar. Im Laufe des Lebens verändert sich das Immunsystem mit der Folge, dass einige Funktionen aktiver sind, andere hingegen nachlassen. Dieser Wandel kann dazu führen, dass sich die Anfälligkeit für Infektionen und Autoimmunerkrankungen erhöht und sich eben auch neue Allergien entwickeln. Die gute Nachricht: Allergien können im Laufe der Zeit auch besser werden oder verschwinden.
Übrigens fördert Rauchen Atemwegsallergien. Zudem kommt es bei Menschen, die Säureblocker für den Magen einnehmen, leichter zu Nahrungsmittelallergien. Durch die verringerte Säuremenge werden Proteine aus Nahrungsmitteln im Dünndarm nicht ausreichend abgebaut. Dies führt zu einer erhöhten Sensibilisierung gegenüber Allergenen. Manchmal ist auch eine Kreuzallergie verantwortlich. Sie entsteht, wenn das Immunsystem Allergene in Nahrungsmitteln mit ähnlichen Strukturen von Pollen verwechselt. So reagieren beispielsweise viele Birkenpollen-Allergiker auf Äpfel oder Haselnüsse.
Allergietest auch in höherem Alter
Viele ältere Menschen rechnen nicht damit, dass sich bei ihnen noch eine Allergie entwickelt. Deshalb findet in vielen Fällen keine Allergiediagnostik statt. Bei länger anhaltendem Schnupfen, plötzlich auftretendem Schnarchen oder wenn die Nase morgens immer blockiert ist, sollte dies allergologisch abgeklärt werden. HNO-Ärztinnen und -Ärzte mit dem Schwerpunkt „Allergologie“ können entsprechende Tests durchführen. Allergien werden übrigens bei älteren Menschen nicht anders behandelt als bei jüngeren. Auch eine Hyposensibilisierung ist bei ihnen durchaus möglich.

