Nase

Riech- und Schmeckstörungen bei Diabetikern häufiger

3 min
Seniorin riecht an einer Grapefruit
Graphicroyalty / Adobe Stock

Menschen mit Typ-2-Diabetes sind fast dreimal so häufig von Riech- und Schmeckstörungen betroffen wie Gesunde. Dies kann nicht nur die Ernährungsweise beeinflussen und die Lebensqualität mindern, sondern auch Gefahrensituationen verschärfen.

In Deutschland leben mindestens 9,1 Millionen Menschen mit einem diagnostizierten Typ-2-Diabetes. Laut der Deutschen Diabetes-Hilfe e.V. gibt es zusätzlich eine hohe Dunkelziffer. Schätzungsweise zwei Millionen Menschen wissen noch nichts von ihrer Erkrankung. Krankheiten wie Diabetes mellitus können mit Riechstörungen einhergehen, die irreversibel sind, da sie mit einer Schädigung des Riechapparats einhergehen.

Die Ernährung im Blick behalten

Diabetiker mit Riech- und Schmeckproblemen sollten ganz besonders auf ihre Ernährung achten. Der Geruch und Geschmack von Speisen beeinflusst unser Essverhalten nämlich stark. Sind diese sogenannten chemosensorischen Funktionen eingeschränkt, schmecken viele Lebensmittel fade. Dies kann dazu führen, dass die Betroffenen Nahrungsmittel mit einem höheren Zucker- und Fettgehalt bevorzugen, da diese Komponenten Geschmacksträger sind. So kann eine Mangelernährung entstehen.

Die verminderte Sensorik kann zudem dazu führen, dass Betroffene den Geschmack verdorbener Speisen nicht oder nur bedingt wahrnehmen können. Im Idealfall sollten Diabetiker, die alleine leben, Lebensmittel deshalb vorschriftsmäßig und nur bis zum Ende des Verfalldatums lagern. Zudem sollte immer eine gründliche visuelle Kontrolle vor dem Verbrauch stattfinden und ein Produkt im Zweifel lieber entsorgt werden. Beim Würzen ist es ratsam, sich strikt an die Vorgaben im Rezept zu halten. Betroffene sollten überdies im Kopf behalten, dass sie Brandgeruch nicht oder oft erst spät wahrnehmen können. Damit nichts anbrennt, sollten sie den Topf beim Kochen stets im Auge behalten.

Wann zum HNO-Arzt?

Patienten, die neu auftretende Störungen der Geruchs- oder Geschmackswahrnehmung bei sich beobachten, sollten die Ursache ärztlich abklären lassen. Erste Ansprechpartner sind Fachärztinnen und -ärzte für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde. In einigen Städten gibt es auch spezielle Zentren für Riech- und Schmeckstörungen.

Bei der Anamnese wird der Arzt zunächst fragen, welche Arzneimittel der Patient regelmäßig einnimmt. Bei allen Betroffenen muss der HNO-Status geprüft werden. Dies umfasst eine Endoskopie der Nase sowie die ­Untersuchung des Hals-, Nasen- und Rachenraums. Je nach Sachlage können dann Blutuntersuchungen, bildgebende Verfahren (CT oder MRT), Biopsien der Schleimhäute, zahnärztliche Untersuchungen oder eine Überprüfung der Speicheldrüsen folgen, um der Ursache auf den Grund zu gehen. Da Riech- und Schmeckstörungen unterschiedlich stark ausgeprägt sein können, helfen subjektive Geruchs- und Geschmackstests, um die Schwere der Störung zu ermitteln.