Im Rahmen der Studie wurde eine repräsentative Gruppe von Menschen befragt und untersucht. Das Ergebnis: Nur 0,25 Prozent der Bevölkerung – also etwa jede 400. Person – haben tatsächlich eine echte Weizenallergie, bei der das Immunsystem nachweislich reagiert. Allerdings glauben viel mehr Menschen, dass sie ein Problem mit Weizen haben und ihn nicht vertragen: 13,1 Prozent der Befragten berichteten von Beschwerden nach dem Verzehr von Weizen – Frauen (17,5 Prozent) deutlich häufiger als Männer (8,8 Prozent).
Verschiedene Beschwerden – verschiedene Ursachen
Weizenallergie, Zöliakie oder Unverträglichkeit? Das sind drei klinisch unterschiedliche Krankheitsbilder, die nicht vermischt oder verwechselt werden sollten.
- Weizenallergie
Bei einer echten Allergie bildet das Immunsystem Antikörper gegen Weizen-Eiweiße. Symptome wie Hautausschlag, Atemnot oder Magen-Darm-Beschwerden treten sofort bis zwei Stunden nach dem Essen auf. Betroffene müssen Weizen und verwandte Getreide wie Dinkel oder Emmer strikt meiden. - Zöliakie
Bei dieser Autoimmunerkrankung schädigt das Klebereiweiß im Getreide (Gluten) den Dünndarm. Typisch sind chronische Verdauungsprobleme, Mangelernährung und Gewichtsverlust. Hier hilft nur eine konsequent glutenfreie Ernährung. - Selbst wahrgenommene Weizenunverträglichkeit
Diese Variante kommt mit Abstand am häufigsten vor, ist medizinisch aber am wenigsten klar. Die Betroffenen fühlen sich nach dem Essen von Weizen unwohl, ohne dass eine Allergie oder Zöliakie nachweisbar ist. Die Beschwerden kommen langsamer und äußern sich anders: Verdauungsprobleme, Müdigkeit, Kopfschmerzen oder ein „benebeltes“ Gefühl im Kopf (auf Englisch „brain fog“). Warum das passiert, ist bislang noch nicht abschließend geklärt.
Unterscheidung wichtig für Behandlung
Diese drei Krankheitsbilder ähneln sich nur auf den ersten Blick. Tatsächlich brauchen sie aber ganz unterschiedliche Behandlungen. Deshalb ist eine ärztliche Abklärung unbedingt nötig, bevor man seine Ernährung radikal umstellt. Viele HNO-Praxen bieten allergologische Sprechstunden an und können die nötige Diagnostik durchführen und Betroffene fachgerecht beraten.
Für Weizenallergiker ist es wichtig zu wissen, dass glutenfreie Produkte nicht automatisch weizenfrei sind. Manche glutenfreien Produkte können Weizen in Form von glutenfreier Weizenstärke enthalten. Für Menschen mit Zöliakie sind diese Lebensmittel sicher, für Allergiker hingegen nicht.
Wer weder eine Allergie noch eine Zöliakie hat, sich nach dem Verzehr von Weizen aber trotzdem unwohl fühlt, muss sich nicht glutenfrei ernähren. Glutenfreie Produkte sind oft teurer und nicht per se gesünder. Hilfreich kann eine professionelle Ernährungsberatung sowie die Umstellung auf eine abwechslungsreiche Mischkost mit viel Gemüse und Hülsenfrüchten sein.

