Schnarchen

Helfen Nasenpflaster gegen Schnarchen?

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Frau im weißen Bademantel klebt sich Pflaster auf die Nase
n.tati.m / Adobe Stock

Schnarchen nervt – vor allem den Partner oder die Partnerin. Kein Wunder, dass viele nach einfachen Lösungen suchen. Doch halten Nasenpflaster, was sie versprechen?

Nasenpflaster sind kleine, selbstklebende Streifen, die man quer über die Nase klebt. Sie sollen die Nasenflügel leicht anheben, die Nasenlöcher weiten und so die Luft besser durchströmen lassen. Die Idee dahinter ist einfach: Ist die Nase frei, atmet man leichter durch die Nase statt durch den Mund. Das ist wichtig, denn Mundatmung begünstigt Schnarchen. Ist der Mund während des Schlafens geöffnet, können Gaumensegel und Zäpfchen leichter in Schwingung geraten und so das typische Schnarchgeräusch auslösen. Bleibt der Mund hingegen geschlossen, ist es im Schlafzimmer oft ruhiger.

Eingeschränkte Wirksamkeit

Nasenpflaster können in begrenztem Umfang helfen, nämlich dann, wenn das Schnarchen wirklich von einer Verengung in der Nase erzeugt wird. Diese kann etwa durch eine Erkältung, Allergien oder eine leicht schiefe Nasenscheidewand entstehen. In diesen Fällen kann das Weiten der Nasenlöcher tatsächlich etwas Erleichterung bringen. Da die Ursache des Schnarchens allerdings häufig im Rachenraum liegt, nützt ein Pflaster auf der Nase oftmals gar nichts.

Ein Vorteil der Pflaster ist ihre bequeme Anwendung. Einfach oberhalb der Nasenflügel aufkleben – fertig. Da die Strips relativ preisgünstig sind und abgesehen von selten auftretenden, leichten Hautreizungen an der Klebestelle keine Nebenwirkungen bekannt sind, kann man sie einfach mal ausprobieren. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass es bislang keine eindeutige wissenschaftliche Bestätigung gibt, dass die Pflaster wirklich zuverlässig gegen Schnarchen helfen. Es existieren nur einige kleinere Studien mit begrenzter Aussagekraft.

Kann Schnarchen gefährlich werden?

Viele Menschen schätzen Schnarchen als etwas harmloses ein. Dabei kann es auch auf eine ernstzunehmende Erkrankung hindeuten – die obstruktive Schlafapnoe. Bei dieser Erkrankung setzt die Atmung im Schlaf mehrfach pro Stunde für zehn Sekunden oder länger aus. Das Gehirn weckt den Körper kurz auf, um die Luftzufuhr zu sichern. Dabei entsteht häufig ein lautes Schnarchgeräusch, das die Schlafqualität der Betroffenen und ihrer Partner stark stört. Meistens bemerkt der Partner oder die Partnerin das Problem eher als die betroffene Person.

Die Schlafapnoe ist eine ernstzunehmende Erkrankung. Durch die wiederholten Atempausen kann der Sauerstoffgehalt im Blut absinken und auf Dauer das Herz-Kreislauf-System schädigen. Das Risiko für Bluthochdruck, Herzrhythmusstörungen, Herzinfarkt und Schlaganfall ist bei Betroffenen erhöht. Wer sich trotz ausreichend Schlaf tagsüber ständig müde fühlt, sich schlecht konzentrieren kann oder ungewollt kurz einnickt, sollte die Warnzeichen ernst nehmen und ärztlich abklären lassen. Erste Ansprechpartner sind HNO-Ärztinnen und -Ärzte.

Einsatz beim Sport

Nasenpflaster werden übrigens nicht nur gegen Schnarchen genutzt. Auch Sportlerinnen und Sportler, etwa beim Laufen oder Fußball, verwenden sie, in der Hoffnung, dadurch mehr Sauerstoff aufzunehmen. Ob das tatsächlich einen messbaren Vorteil bringt, ist allerdings umstritten und wissenschaftlich nicht klar belegt.

Da Nasenpflaster eine risikoarme, leicht anzuwendende Möglichkeit sind, die Nasenatmung etwas zu unterstützen, spricht bei einer verstopften Nase spricht nichts gegen einen Versuch. Ein Wundermittel sind sie aber nicht und bei den meisten Ursachen zeigen sie keine Wirkung.